Die 5. Schwangerschaftswoche (5. SSW)

Eine Woche ist deine Periode bereits überfällig, weshalb du dich bestimmt fragst, ob du vielleicht schwanger sein könntest. Wenn du vor ungefähr zwei Wochen, nämlich zum Zeitpunkt deines Eisprungs, ungeschützten Geschlechtsverkehr hattest, ist das durchaus möglich.  5 SSW (Schwangerschaftswoche)

Kernthema: Eileiterschwangerschaft

Der Schwangerschaftstest

Bereits vier Tage vor der zu erwartenden Regelblutung kannst du einen Schwangerschaftstest, den sogenannten Urin-Frühtest, durchführen.

Dieser liefert allerdings oft noch kein richtiges oder noch kein aussagekräftiges Ergebnis, weshalb du besser bis zum Ausbleiben deiner Periode warten solltest, um mit einem herkömmlichen Schwangerschaftstest, der als Urintest durchgeführt wird, eine Schwangerschaft festzustellen oder auszuschließen.

Beim Kauf eines Schwangerschaftstests in der Apotheke, im Drogeriemarkt oder in einem gut sortierten Supermarkt hast du eine relativ große Auswahl verschiedener Preiskategorien zwischen ca. 4 € und 10 €. Wenn du dir bei der Wahl des Tests nicht sicher bist, kannst du dich gerne diesbezüglich in z. B. einer Apotheke beraten lassen.

So wird dir hier bestimmt auch die Anwendung dieses Tests erklärt, die natürlich auch ausführlich auf dem Beipackzettel beschrieben ist.

Der Urintest liefert dir etwa zum Zeitpunkt der eigentlich fälligen Periode ein sehr sicheres Ergebnis. Bei dieser Art des Schwangerschaftstests wird ein Teststreifen aus saugfähigem Gewebe in den Urin getaucht, auf welchem sich Antikörper für das Schwangerschaftshormon hCG befinden, die mit diesem Hormon im Urin reagieren und zu einer Verfärbung führen.

Ist dein Beta-hCG Wert erhöht, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du schwanger bist, wenn der Test entweder ein Plus oder zwei kleine Striche anzeigt. Die richtige Zeit für einen Schwangerschaftstest ist morgens, da hier die Aussagekraft deines Beta-hCG Wertes am größten ist.

Nachdem du den Test durchgeführt hast, heißt es nun warten, um auf dem Streifen des Schwangerschaftstests sehen zu können, ob der Test anhand des sogenannten hCG-Wert, dem Schwangerschaftshormon, negativ oder positiv ausfällt.

Eine noch höhere Sicherheit bietet dir ein Bluttest beim Frauenarzt, der dir meist innerhalb von 24 Stunden sagen kann, ob du wirklich schwanger bist. Dieser Test kann dir ca. sechs bis neun Tage nach der Befruchtung ein Ergebnis liefern und ist damit schneller und aussagekräftiger als der Urin-Schnelltest.

Um dir absolut sicher sein zu können, kannst du frühestens einige Tage nach dem Ausbleiben deiner Periode einen Termin zum Ultraschall beim Frauenarzt vereinbaren. Wenn deine Regel ausgeblieben ist, solltest du das ohnehin tun, um die Ursache zu ergründen.

Der Gynäkologe kann in vielen Fällen bei einer vaginalen Untersuchung bereits in den ersten Wochen nach der Einnistung durch die bläuliche Verfärbung der Schleimhäute, Vulva und Vagina erkennen, ob du schwanger bist.

Bei einer Ultraschalluntersuchung kann ab der 4. bzw. 5. Schwangerschaftswoche (5. SSW) eine Fruchthöhle und frühestens ab der 6. SSW der Dottersack samt Embryo zu sehen sein.

Je nachdem, was du dir erhoffst, kann ein positives Schwangerschaftsergebnis eine Erleichterung oder eine Enttäuschung für dich darstellen und ein negatives Schwangerschaftsergebnis Verzweiflung oder Freude bei dir hervorrufen.

Falls das Ergebnis deinen Erwartungen nicht entspricht, ist es naheliegend, erst einmal für sich zu sein oder mit engsten Vertrauten über die Enttäuschung oder die Verzweiflung zu sprechen und Lösungen zu suchen.

Wenn das Ergebnis deine Hoffnungen bestätigt, dann bist du selbstverständlich zufrieden. Besonders wenn das Ergebnis positiv ausgefallen ist und du dich über das Ergebnis freuen kannst oder es zumindest akzeptierst und dich nach kurzer Bedenkzeit damit anfreunden kannst, in neun Monaten Mama zu werden, ist es ein doppelt so schönes Ereignis für dich und auch für deinen Partner, mit dem du gemeinsam die aufregende Zeit deiner Schwangerschaft erlebst.

Veränderungen des Körpers ab der 5. SSW

Möglicherweise spürst du nun erste, kleine Veränderungen in deinem Körper, die du aber nicht notwendigerweise mit deiner Schwangerschaft in Verbindung bringst. Ein leichtes Ziehen in deinem Bauch ab der 5. SSW, das dich an die Unterleibsschmerzen während deiner Periode erinnert oder plötzlich auftretende Müdigkeit oder Morgenübelkeit können Anzeichen dafür sein, dass in deinem Körper ein kleines, neues Leben entsteht.

Auch spannende Brüste mit geschwollenen, dunkleren Brustwarzen oder Probleme mit dem Kreislauf können genauso wie eine über 18 Tage erhöhte Basalttemperatur Anzeichen in der 5. SSW sein. Relativ wahrscheinlich wird eine Schwangerschaft mit dem Ausbleiben deiner Regel.

Für dich beginnen nun ereignisreiche Wochen in denen du dich auf eine spannende Entdeckungstour begibst, auf der du viel über deinen eigenen Körper, aber auch über das kleine Leben, das in dir heranwächst, lernen wirst. Schmierblutungen, brauner, vaginaler Ausfluss, Magenverstimmungen oder Durchfall und Rückenschmerzen in der 5. SSW können mitunter weitere Anzeichen einer Schwangerschaft sein und können bis zum Ende des ersten Trimesters häufiger auftreten.

Wenn du aber sehr stark und überdurchschnittlich oft unter diesen Symptomen leidest, solltest du ruhig einen Frauenarzt aufsuchen und diesen um Hilfe bitten, um mögliche Komplikationen deiner frühen Schwangerschaft auszuschließen.

Entwicklungen des Embryos ab der 5. SSW

Von einem „Baby“ kann in der 5. Schwangerschaftswoche noch keine Rede sein, denn in der 5. SSW, d. h. ca. drei Wochen nach der Befruchtung, wächst aus einer Ansammlung von Zellen ein wurmartiges, ca. zwei Millimeter langes Wesen.

Daraus keimt der Embryo, aus welchem in den nächsten Tagen zwei Längsfalten entstehen. Daraus entwickelt sich nach und nach das Neuralrohr, welches die Vorstufe des menschlichen Gehirns darstellt. Ab dem 15. Lebenstag sind bereits die ersten Nervenstränge des Gehirns und des Rückenmarks entwickelt, welche für die späteren Körperfunktionen und für die Ausbildung des Bewusstseins verantwortlich sind.

Ab dem 22. Lebenstag beginnt dann sogar das Herz des Embryos, welches das entstehende Leben in den nächsten Wochen mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, zu schlagen. Oft wird dieser Zeitpunkt auch als Beginn eines neuen Lebens bezeichnet. Du siehst, nicht nur für dich beginnt ein „neues“ Leben als werdende Mama, sondern auch für das kleine Wesen, welches einst aus einem Spermium und einer Eizelle entstanden ist.

Die Eileiterschwangerschaft

Leider kann es bereits bei der Befruchtung zu Schwangerschaftskomplikationen kommen, die einer erfolgreichen Weiterentwicklung des Embryos hinderlich sein können. Dazu zählt die häufig auftretende Bauchhöhlenschwangerschaft bzw. Eileiterschwangerschaft. Eine Bauchhöhlenschwangerschaft (medizinisch Extauteringravidität) besteht, wenn sich die befruchtete Eizelle außerhalb der Gebärmutterhöhle - wo sie eigentlich hingehört - einnistet.

In 99% der Fälle passiert dies dann im Eileiter und es ist somit eine Eileiterschwangeschaft. Insgesamt kommt eine Extrauteringravidität ungefähr ein- bis zweimal auf 100 normale Schwangerschaften vor. Normalerweise läuft der Vorgang der Befruchtung und Einnistung so ab:

Die Eizelle “springt”, wenn sie bereit ist, aus dem Eierstock heraus, wird vom Eileiter aufgefangen und in die Gebärmutter geleitet. Auf diesem Weg wird sie, wenn die Frau zum richtigen Zeitpunkt Geschlechtsverkehr hatte, befruchtet und wandert normalerweise weiter in die Gebärmutterhöhle, wo sie sich einnistet und eine Plazenta bilden kann. Nistet sie sich zu früh ein, so befindet sie sich noch im Eileiter.

Man nennt dies eine Fehleinnistung, da hier leider keine Möglichkeit auf eine weitere Schwangerschaft besteht. Im Eileiter kann sich keine Plazenta bilden und somit kann sich auch kein Embryo entwickeln. Die eingenistete Eizelle “merkt” aber erst einmal nicht, dass sie sich am falschen Ort befindet und schüttet sie schön brav ein Hormon aus, das hCG, das dem Körper signalisiert:

Wir sind schwanger! Dieses Hormon wird auch von einem Schwangerschaftstest gemessen, das heißt, selbst bei einer Extrauteringravidität bekommt man einen positiven Schwangerschaftstest.

Wie erkennt man eine Eileiterschwangerschaft in der 5. SSW

Es ist nicht schwer, eine voranschreitende Tubargravidität (Tuba, medizinisch für Eileiter und Gravidität, medizinisch für Schwangerschaft) zu erkennen. Man hat plötzlich ganz starke Schmerzen im Unterbauch auf einer Seite. Auch Schulterschmerzen können ein Zeichen sein, da ein bestimmter Nerv von der Bauchhöhle die Schmerzen in die Schulter weiterleiten kann.

Wenn du so etwas spürst und du zurzeit wegen Kinderwunsch nicht verhütest, dann solltest du so schnell wie möglich ins Krankenhaus fahren. Eine Eileiterschwangerschaft ist ein Notfall! Dort wird dich ein Gynäkologe nach den genauen Symptomen fragen, einen Schwangerschaftstest machen, um festzustellen, ob du das Hormon hCG im Urin hast und auch einen Ultraschall machen. Wird vom Gynäkologen tatsächlich eine Bauchhöhlenschwangerschaft diagnostiziert, so muss in den meisten Fällen leider operiert werden.

Das wird über eine Bauchspiegelung gemacht, ein kleiner Eingriff, der nur zwei bis drei kaum sichtbare punktförmige Narben hinterlässt. Ganz selten, wenn sich die Tubargravidität in einem noch frühen Stadium z. B. in der 5. SSW befindet, kann man die Fehleinnistung auch durch Gabe bestimmter Hormone beenden.

In diesem Stadium hat die Frau aber in der Regel noch keine Symptome und kann eine Eileiterschwangerschaft also nur schwer vermuten. Je nachdem, wo genau im Eileiter sich die Eizelle eingenistet hat, sind die Folgen einer solchen Operation: So kann die befruchtete Eizelle manchmal einfach abgesaugt werden, manchmal muss der Eileiter eingeschnitten oder gar entfernt werden.

Nach der Entfernung der Fehleinnistung wird das hCG kontrolliert, bis es nicht mehr nachweisbar ist, um sicher zu sein, dass auch alles entfernt wurde. Alles in allem, je früher eine Eileiterschwangerschaft entdeckt wird, desto harmloser sind die Folgen.

Hast du also das Gefühl schwanger zu sein, solltest du sobald wie möglich zu deinem Gynäkologen, damit dieser eine normale Schwangerschaft sicherstellen kann, so dass du diese dann auch unbeschwert und sorgenfrei erleben kannst.